{"id":133,"date":"2014-06-22T11:40:17","date_gmt":"2014-06-22T09:40:17","guid":{"rendered":"http:\/\/kulturverein-inzing.com\/?p=133"},"modified":"2014-06-30T09:21:15","modified_gmt":"2014-06-30T07:21:15","slug":"warum-kulturarbeit-im-dorf-wichtig-ist-2","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/kulturverein-inzing.com\/?p=133","title":{"rendered":"Warum Kulturarbeit im Dorf wichtig ist"},"content":{"rendered":"<p><strong>Er\u00f6ffnungsrede zu 20 Jahre KI<\/strong><\/p>\n<p>Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde und Freundinnen, liebe VertreterInnen der Politik und nicht zuletzt liebe Mitglieder und MitstreiterInnen des Kulturvereins Inzing!<\/p>\n<p>20 Jahre Verein f\u00fcr Kultur Inzing. 20 Jahre sind f\u00fcr eine Kulturinitiative eine lange Zeit, aber gemessen an einem Menschenleben stehen wir gerade am Anfang eines jungen Erwachsenenalters. Diese Ambivalenz spiegelt sich im Eierlik\u00f6r, den ich f\u00fcr euch gebraut habe. Eierlik\u00f6r hat etwas anachronistisches, wird assoziiert mit alten Damen, Kaffeekr\u00e4nzchen, Weihnachten. Aber im Brechen von Konventionen, dass wir diesen Eierlik\u00f6r in einen anderen Kontext betten, liegt auch jugendlicher Schalk.<\/p>\n<p>Das Brechen von Konventionen ist eine der M\u00f6glichkeiten, derer sich zeitgen\u00f6ssische Kultur bedient, um sich auszudr\u00fccken.<br \/>\n<!--more--><br \/>\nIch muss euch an dieser Stelle warnen, diese Rede wird politisch. Nicht parteipolitisch, sondern politisch, weil zeitgen\u00f6ssische Kunst Stellung bezieht. Zeitgen\u00f6ssische Kunst bezieht Stellung zu aktuellen Themen, nicht immer explizit, manchmal mit Ironie, die auch nicht immer verstanden werden muss (ich darf da an die Klobalisierungsfalle erinnern).<\/p>\n<p>Zeitgen\u00f6ssische Kunst richtet sich direkt an die Gesellschaft, sie tr\u00e4gt dazu bei Positionen zu hinterfragen, zu reflektieren, gesellschaftliche Entwicklungen voranzutreiben. Zeitgen\u00f6ssische Kunst, zumindest so wie ich sie verstehe, ist Kunst, die sich nicht in elit\u00e4ren Kreisen, in abgelegenen Tempeln, abspielt, sondern direkt im Leben verankert ist. Die sich nicht nur an potenziell jede und jeden richtet, sondern auch von jeder oder jedem gemacht werden kann. Und da brauch ich jetzt gar nicht an Radio Enterbach erinnern.<\/p>\n<p>Zeitgen\u00f6ssische Kunst ist auch Experimentierfeld, bietet Freir\u00e4ume f\u00fcr pers\u00f6nliche Entfaltung an und kann f\u00fcr Jugendliche und junge Erwachsene ebenso wie f\u00fcr \u00e4ltere Menschen sinngebend sein, kann hilfreich sein \u00fcber sich selbst zu reflektieren und im Ausprobieren neue Erkenntnisse \u00fcber sich und die Welt zu gewinnen.<\/p>\n<p>Aber zeitgen\u00f6ssische Kunst\/Kultur muss auch Platz und Anerkennung finden, um sich entfalten zu k\u00f6nnen. Sowohl Platz und Anerkennung in der Gesellschaft als auch einen konkreten Raum. Welche kreativen, sch\u00f6pferischen M\u00f6glichkeiten sich ergeben, wenn man Raum hat, zeigt sich z.B. an der Kulturbackstube \u201eDie B\u00e4ckerei\u201c in der Dreiheiligenstra\u00dfe in Innsbruck. Ein kurzer Auszug aus deren Programm: Konzert, Dunkelkammerworkshop, eine offene Kreativwerkstatt, eine Ausstellung, Familientanzstube, Yoga, Radwerkst\u00e4tte, philosophisches Cafe, ein Workshop \u201eModular Music Academy\u201c, der Coworkingspace, also tempor\u00e4re Arbeitspl\u00e4tze, all das findet kommende Woche in der B\u00e4ckerei statt.<\/p>\n<p>Das folgende mag jetzt gro\u00dfkotzig klingen, aber ich habe eine Vision. Ich habe die Vision, dass in nicht allzu ferner Zukunft das Wegmacherhaus ein solch vielf\u00e4ltiger Ort sein wird. Ein Ort des Ausprobierens, des Vernetzens, des Miteinanders, ein M\u00f6glichkeitsort, wie es im Rohkonzept f\u00fcr das Wegmacherhaus formuliert war. Ich bin \u00fcberzeugt, dass eine Gesellschaft solche M\u00f6glichkeitsorte braucht, um sich weiterzuentwickeln. Sie bieten die Chance, dass Menschen in der aktiven wie passiven Auseinandersetzung zu m\u00fcndigen und kritischen B\u00fcrgern und B\u00fcrgerinnen werden k\u00f6nnen. Eine Gesellschaft braucht solche M\u00f6glichkeitsorte aber nicht nur zentral in der Landeshauptstadt, sondern auch und vor allem direkt vor Ort. Weil hier leben wir, hier lieben wir, hier sind unsere Freunde und Freundinnen, hier mischen wir uns ein und hier wollen wir nicht nur schlafen!<\/p>\n<p>Und hier wollen wir uns auch ausdr\u00fccken! Dieser letzte Gedanke stand am Anfang unserer \u00dcberlegungen zum 20-j\u00e4hrigen Jubil\u00e4um des Kulturvereins. Interner Arbeitstitel war: \u201eWerkschau der Vereinsmitglieder\u201c. Einmal das eigene kreative Schaffen in den Vordergrund r\u00fccken.<\/p>\n<p>Ergebnisse davon seht ihr hier in der Ausstellung, zu der Philipp Umek sp\u00e4ter noch ein paar Worte sagen wird.[&#8230;]<\/p>\n<p>Bevor ich jetzt das Wort an Armin Saxl weitergebe, dem Obmann des Kulturausschusses der Gemeinde Inzing, m\u00f6chte ich mich noch bedanken.<\/p>\n<p>Zuallererst richtet sich mein Dank an die Mitglieder des Kulturvereins. Ohne euer Engagement und eure Arbeit ginge gar nichts. Und auch wenn wir wenige sind, gemeinsam sind wir stark!<\/p>\n<p>Gleich anschlie\u00dfend m\u00f6chte ich den Altvorderen danken, die den Verein aufgebaut haben und auf eine solide Basis gestellt haben.<\/p>\n<p>Mein Dank geht auch an die Gemeinde und den B\u00fcrgermeister, die immer unterst\u00fctzend sind. Und zu guter letzt, m\u00f6chte ich Armin Saxl danken, f\u00fcr die Unterst\u00fctzung unserer Anliegen und sein gro\u00dfartiges Engagement f\u00fcr die Kultur in Inzing und dass er jetzt gleich das Wort \u00fcbernimmt, nachdem ich euch gesch\u00e4tztes Publikum f\u00fcr eure Aufmerksamkeit gedankt habe. Danke und in diesem Sinne: wir sehen uns dann auf ein Eierlik\u00f6rchen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Michael Haupt<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zeitgen\u00f6ssische Kunst bezieht Stellung zu aktuellen Themen, nicht immer explizit, manchmal mit Ironie, die auch nicht immer verstanden werden muss.<br \/>\nZeitgen\u00f6ssische Kunst richtet sich direkt an die Gesellschaft, sie tr\u00e4gt dazu bei Positionen zu hinterfragen, zu reflektieren, gesellschaftliche Entwicklungen voranzutreiben. 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